Nico

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Hallo, ich bin Nico Schwald
aus Abensberg!

Ich kam am 17. September 2004 in Regensburg zur Welt. Dabei ist etwas schief gegangen und ich habe viel zu wenig Sauerstoff abbekommen.

Das ist der Grund dafür, dass es in meinem Kopf einen „Kurzschluss“ gab und deswegen meine Beine nicht das machen, was sie sollen: Stehen und Laufen. Mein linker Arm und meine linke Hand funktionieren auch nicht so, wie sie sollten. Außerdem kann ich kann nicht sprechen, also nicht so, dass auch andere mich verstehen und nicht nur meine Mama und mein Papa. Meine Augen haben durch den Sauerstoffmangel auch einen Knacks abbekommen, sodass ich nur Monokularsehen kann. Über die Sehstärke meiner Augen kann man bis jetzt noch nicht viel sagen, außer dass ich eine starke Brille brauche und dass meine Augen regelmäßig untersucht werden müssen.

Die Ärzte sagen, dass ich in meiner Entwicklung weit hinter gleichaltrigen Kindern zurück liege.

Weil die Ärzte im Krankenhaus in Regensburg nach meiner Geburt nicht mehr weiter wussten, wurde ich in der gleichen Nacht notgetauft und flog dann zusammen mit Herrn Doktor Schilling mit dem Hubschrauber ins Klinikum Mannheim. Dort hat man mein Leben gerettet.

Nach drei langen Tagen hörte ich zum ersten Mal die Stimme meiner Mama, denn da durfte sie erst aus dem Krankenhaus in Regensburg raus und ist zusammen mit Papa ganz schnell zu mir nach Mannheim gefahren. Sehen konnte ich meine Mama aber nicht, weil ich da ganz fest geschlafen habe.

Im Klinikum in Mannheim war das alles so super organisiert, dass meine Mama dann Tag und Nacht bei mir bleiben durfte und das hat sie dann auch gemacht. Am Wochenende kam der Papa dann auch immer, aber am Sonntag musste er wieder heim fahren.

Das Klinikum in Mannheim ist in ganz Deutschland das einzige Krankenhaus, das ECMO auch bei Babys macht, die nicht dort geboren wurden. Dort habe ich dann auf der Kinder-Intensivstation ganze vier Wochen lang richtig fest geschlafen, weil ich nicht alleine atmen konnte und von einer Maschine beatmet werden musste. Die Leute vom Krankenhaus nannten das künstliches Koma.

Drei lange Wochen hat niemand gewusst, ob ich das überlebe oder nicht. Der Chefarzt von der Kinder-Intensivstation in Mannheim, Herr Dr. Schaible, hat mich aber nicht aufgegeben, also habe ich auch nicht aufgegeben, obwohl ich zweimal klinisch tot war und wieder zurück geholt wurde. Die Leute nennen das „reanimieren“.

Nach fünf langen Wochen durfte ich dann endlich meinen ersten Atemzug ganz ohne die Maschine versuchen. Das hat aber richtig weh getan und ich habe mich angehört, wie eine alte quietschende Türe, sagt meine Mama. Trotzdem waren alle zufrieden mit mir und stolz auf mich, ganz besonders meine Mama und mein Papa. Und weil das so gut geklappt hat, durfte ich dann einige Tage später wieder mit dem Hubschrauber zurück nach Regensburg fliegen. Die haben da gekuckt, weil sie gar nicht glauben konnten, dass ich lebe. Denen hab ich es aber gezeigt!

Drei Wochen später durfte ich dann mit Mama und Papa endlich heim.

Aber wer glaubt, dass ich daheim meine Ruhe hatte, hat sich richtig getäuscht. Ich werde mein ganzes Leben lang immer irgendwelche Therapien brauchen und auf Hilfe angewiesen sein.

Los ging es schon nach ein paar Monaten: Drei Mal pro Woche hatte ich Krankengymnastik.

Als ich ein halbes Jahr alt war, kam die Frühförderung dazu.

Mit meiner Mama und einer Physiotherapeutin ging ich zusätzlich regelmäßig zum Schwimmen.

Als ich drei Jahre alt war, ging ich außerdem mit meinem Papa noch zum therapeutischen Reiten. Nach einer Zwangspause machen wir das inzwischen wieder regelmäßig.

Logopädie kam dann kurz darauf auch noch dazu. Da habe ich meine Lieblings-Logopädin Vera Stölzel kennengelernt. Bis ich vier Jahre alt war, konnte ich nämlich nur das essen, was meine Mama für mich ganz fein püriert hat. Andere Sachen konnte ich nicht schlucken, was wahrscheinlich davon kam, weil ich so lange künstlich beatmet wurde. Eine Zeitlang bekam ich spezielle Astronautennahrung, die ich schlucken konnte und die ganz viel Kalorien hatte, weil ich immer viel zu dünn war und die Ärzte sagten, ich muss unbedingt zunehmen, sonst bekomme ich eine Magensonde für künstliche Ernährung. Mit ganz viel Liebe und Geduld hat mir Vera dann das Kauen und Essen beigebracht. Nach fast eineinhalb Jahren konnte ich es dann und heute kann ich alles essen, am liebsten esse ich aber Leberkäse.

Auch heute muss ich jede Woche zur Physiotherapie, zur Logopädie und zur Ergotherapie und meine Mama und mein Papa gehen mit mir zum Reiten und zum Schwimmen.

Als ich fünf Jahre alt war, sind meine beiden Hüftgelenke aus den Gelenkpfannen gerutscht. Die Ärzte nennen das Hüftluxation. Das musste schnellstens operiert werden. Dazu hat Dr. Matussek in Bad Abbach ein kleines Stück Knochen aus meinen beiden Oberschenkeln heraus gesägt und mit speziellem Klebstoff in die Gelenkpfannen meiner Hüftgelenke geklebt, damit die Gelenke da bleiben, wo sie hin gehören. Die verkürzten Sehnen in meinen Beinen wurden bei dieser Operation auch gleich verlängert, damit ich meine Beine richtig durchstrecken kann. Nach dieser Operation musste ich ganz lange eine Gipshose tragen, die von meinen Fußknöcheln bis zu meinem Bauch reichte. Mein Papa sagte immer, dass ich damit ungefähr so handlich und leicht zu tragen bin, wie ein Wurzelstock. Auch das habe ich tapfer überstanden, obwohl es nach der Operation ganz schön weh getan hat.

Eine Delfintherapie kann mir dabei helfen, sprechen und laufen zu lernen und Fortschritte in meiner Entwicklung zu machen. Ich hoffe, dass Ihr mich dabei unterstützt. Nähere Infos findet Ihr auf dieser Seite unter den Menüpunkten Delfintherapie und Spenden.

Wie es weiter geht, könnt Ihr in unregelmäßigen Abständen auf dieser Internet-Seite unter dem Menüpunkt Neuigkeiten nachlesen oder auf meiner Facebook-Seite.

 

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